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Automobilindustrie
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Gewicht; Oberflächen
Austenitisch
EMEA
2015
 
 
 
 

Edelstahl im Rampenlicht

MRZ 20, 2015    
 
Seine unkonventionelle Denkweise hat den Designer Emelie Ahlnér dazu inspiriert, ein aufsehenerregendes Kleid aus gewebtem Stahl zu entwerfen, das er vor kurzem auf der Swedish Fashion Week vorstellte – ein prachtvoll schwingendes, an Gehry angelehntes Design, gefertigt aus einem matten Maschennetz.
METMASK war ein Gemeinschaftsprojekt, das aus einer einzigen Frage entstand: Kann Edelstahl als leichtes Material bestehen? „Wir wollten das Rad nicht neu erfinden“, führt Ramin Moshfegh, leitende Fachkraft für Design und Herstellung im Outokumpu Research Centre in Avesta aus.

Die Idee bestand darin, die Eigenschaften eines Metallgeflechts als Leichtbaumaterial zu erforschen und bereits existierende Stahlgewebe zu verstärken, um ein stärkeres, formbares, mehrschichtiges Material zu erhalten. „Alles begann mit einer dieser wilden, verrückten Ideen,“ erzählt uns Åsa Lundevall, Projektmanagerin bei Swerea IVF. Was als Herausforderung begann, hat sich mittlerweile zu einer wirklichen Innovation entwickelt.

Materialsyne​rgien

Das Team arbeitete an der Herstellung eines leichten Gewebes, das aus Edelstahlschlingen der austenitischen Güte 304/316 mehrschichtig zusammengesetzt war. Diese wurden dann in zwei hauchdünne Lagen massiven Edelstahls eingebettet. Dadurch wurde eine Festigkeit wie Stahl erreicht, jedoch wiegt das Material nur halb so viel. Es ist deshalb ideal für Märkte, in denen Kosten und Gewicht gegeneinander abgewogen werden müssen, wie in der Automobilindustrie.
„Aufprallsichere Komponenten, wie beispielsweise bei Dächer, müssen über eine ausgezeichnete Festigkeit und Steifigkeit verfügen. Sie sollten jedoch trotzdem ein geringes Gewicht haben. Eine Reduzierung des Fahrwerkgewichts kann in der Fahrzeugproduktion die Gesamtkosten bzw. das Gesamtgewicht drastisch reduzieren“, erklärt Moshfegh.

Seiner Meinung nach ist der Erfolg des Projekts auch auf die Synergie zwischen den verschiedenen Personen und Organisationen zurückzuführen. „Wir haben mit Personen zusammengearbeitet, die zuvor nie mit Blech gearbeitet haben. Sie verfügen über anderes Know-how und bringen unterschiedliche Erfahrungen mit in das Projekt.” Diese fachübergreifende Zusammenarbeit führte zu großartigen Ideen und hat auch Moshfeghs eigene Denkweise beeinflusst: „Ich habe gelernt, verrückten Ideen zuzuhören und Freiräume zu nutzen, um eine optimale Lösung zu finden.“

Innovation voraus!


Was kommt als Nächstes? Im Moment arbeitet das Team daran, die Struktur des Schichtstoffverbundes zu optimieren, damit er noch leichter und kosteneffizienter wird. Exotische, kreative Projekte wie METMASK haben zudem das Potenzial, weitere Personen in der Stahlindustrie zu inspirieren. Dies war der Fall bei Anna Ponzio, ‎Forschungsleiterin bei Jernkontoret (schwedischer Stahlherstellerverband). Sie zeigte großes Interesse an dem Projekt: „Es ist sehr interessant, wenn Innovationen durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Perspektiven erreicht werden. Die meisten Produkte aus Stahl sind bislang wohl noch gar nicht erfunden worden“, so Ponzio.