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Edelstahl setzt sich gegen aggressive Umweltbedingungen durch.

SEP 22, 2014    
 

Neue Innovationen bekämpfen Korrosion unter extremen Bedingungen. Outokumpu hat eine langfristige Primärforschung über Korrosion durchgeführt.

Das Problem

Die Korrosionsbeständigkeit von Edelstahl hängt von der Kombination der Legierung und der Einsatzumgebung ab. Projekte in subtropischen, tropischen und Küstengebieten leiden oft unter Korrosion, auch wenn normalerweise adäquate Güten, wie 316L verwendet werden. Zu den Gründen für eine signifikant schnellere Korrosion in Regionen wie dem Nahen Osten gehören hohe Temperaturen, durch die Luft übertragene Chloride aus dem Meer und fehlender Regen, der Oberflächen aus Stahl reinigt.

„Die Umweltbedingungen in Europa und im Nahen Osten unterscheiden sich zwar, dennoch werden oft dieselben Materialien bestellt“, sagt Tobias Larsson, Business Development Manager bei Outokumpu. Firmen mit Sitz in Europa oder in den USA kopieren oft nur die Spezifikationen, die in ihren jeweiligen Regionen gut funktioniert haben.

Die Lösung

Outokumpu hat langfristige lokale Untersuchungen des Korrosionsverhaltens von Stahl durchgeführt. Die Ergebnisse von der neuen Testanlage des Unternehmens in Dubai weisen auf interessante Möglichkeiten für Duplex-Stähle in Umgebungen mit hoher Korrosion hin.

Wenn eine normale austenitische Güte wie 316 nicht ausreichend korrosionsbeständig ist, besteht die Möglichkeit auf eine Güte wie 904L zu erhöhen. Für die Mehrheit der Kunden ist dies allerdings wirtschaftlich nicht vertretbar. Wir haben uns also die Duplex-Güte 2205 angesehen, deren Preis mit der Güte 316 vergleichbar ist. Wir haben entdeckt, dass die Klasse 2205 bei ordnungsgemäßer Reinigung auch unter extremen Bedingungen ausgezeichnete Ergebnisse liefert.

Eine weitere Option ist die Superduplex-Güte 2507 oder die austenitische 254 SMO. Die Güte 2507 kostet rund 50 % mehr als die Güte 2205. Für das beste Preis-/Leistungsverhältnis liegt die Antwort möglicherweise in einer neuartigen Verwendung einer bewährten Technik, dem Elektropolieren.

Elektropolieren ist ein elektromechanischer Prozess, bei dem Material in Ionenstärke von einem Werkstück aus Metall entfernt wird. „Das Glätten der Oberfläche verhindert, dass Staub und Schmutz haften bleiben und sich Korrosion in ihnen festsetzen kann“, sagt Larsson. Eine interessante Theorie zum Elektropolieren besagt zudem, dass die Komponenten der Legierung in unterschiedlichen Anteilen entfernt werden. Dies führt zu einer stark chromhaltigen Schicht, die in einer besseren Neutralisierung der Oberfläche resultiert.

Die Ergebnisse

In der Testanlage von Outokumpu in Dubai sah Duplexstahl 2205 auch nach neun Monaten extremer Belastung noch makellos aus. Dagegen zeigte normaler austenitischer 316L Stahl starke Rostspuren nach nur drei Monaten.

Diese Erkenntnisse wurden bereits in die Praxis umgesetzt Outokumpu lieferte 170 Tonnen Konstruktionsmaterial in Duplexstahl 2205 für den neuen Geschäftssitz der Qatar Foundation, der gerade in Doha gebaut wird. Für das Projekt waren 17 unterschiedliche Hohlprofile und 35 unterschiedliche L-Profile erforderlich.