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Edelstahl für nachhaltiges Bauen

SEP 03, 2014    
Originaltext von David Stoneham und Katri Saari veröffentlicht im Forever-Magazin 1/2013

Catherine Houska ist in den USA eine internationale Expertin für die Verwendung von Edelstahl in der Architektur. Sie gibt uns Einblick in ihre Gedanken zum Thema Nachhaltigkeit und Architektur.

Wie beeinflussen globale Megatrends die Entwicklungen in der Architektur?

Der wichtigste Megatrend ist nachhaltiges Design. Die vermehrte Verwendung von Metall für Außenflächen wie Bedachungen und Vorhangfassaden wird durch den Nachhaltigkeitsaspekt begünstigt. Aber auch die Mode und praktische Aspekte in der Gestaltung von Städten spielen hier eine Rolle. Metallverkleidungen sind sehr beliebt, da sie das Gewicht von Gebäuden reduzieren und demzufolge die Kosten für die Strukturbauteile senken. In Umgebungen mit hoher Luftverschmutzung, Salznebel aus dem Meer oder vermehrtem Einsatz von Streusalz, ist Edelstahl die folgerichtige Materialoption. Es überzeugt durch niedrige Wartungskosten, erhält die Ästhetik und schützt vor Strukturschäden. Unter den üblichen in der Architektur verwendeten Metallen hat es die höchsten korrosionsbeständigen Eigenschaften. Es ist jedoch wichtig, die für die jeweilige Umgebung passende Edelstahlsorte auszuwählen.


In welcher Beziehung stehen Architektur und Nachhaltigkeit?

Architektur und Bauwesen, d.h. Brücken, Infrastruktur, Bahnhöfe und Gebäude, standen von Anfang an im Mittelpunkt der Nachhaltigkeitsbewegung. Dieser Sektor macht einen erheblichen Prozentsatz in Bezug auf das vorhandene Rohmaterial, den Energieverbrauch, den Schadstoffausstoß und Bauschutt aus. Zunehmend verlangen große Eigentümer wie Regierungen und Immobilieninvestoren eine Nutzungsdauer von mindestens 75 Jahren. Dadurch besteht ein wachsendes Interesse an Duplex-Edelstahlsorten. Sie reduzieren Platten- und Konstruktionsmaterialstärke deutlich. Neben der erforderlichen Korrosionsbeständigkeit weisen sie auch unter schwierigen Bedingungen ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis auf.”


Welche Vorzüge hat Edelstahl für das Design von Gebäuden?

Damit bei Gebäuden mit einer Lebensdauer von 75 oder mehr Jahren der Austausch von Material aufgrund ästhetischer Mängel oder Funktionsversagen vermieden werden kann, ist die Langlebigkeit des eingesetzten Materials, beispielsweise durch Korrosionsfestigkeit, ein zentraler Aspekt. Die Widerstandsfähigkeit von Edelstahl gegenüber Korrosion trägt auch dazu bei, dass andere Materialien mit langer Lebensdauer wie Holz, Stein, Zement und Mauerwerk ihr Potenzial erreichen.

Dächer, Wandpaneelen und Sonnenschutz aus Edelstahl können zu einer wesentlichen Reduzierung des Energieverbrauchs in Gebäuden beitragen. Der Grad, in dem Edelstahl das Sonnenlicht von gewöhnlichen Oberflächen reflektiert, ist hoch genug, um die Voraussetzungen für die LEED-Zertifizierung zu erfüllen. Der Sonnenschutz schützt Gebäude und Strukturen gegen Aufheizen im Sommer und Wärmeverlust im Winter und reduziert so den Energiebedarf. Zudem muss Edelstahl nicht beschichtet werden, d.h., es ist ein emissionsfreies Material zur Anwendung in Innenräumen.